64 km Rundtour durch zwölf Weindörfer auf Deutschlands wärmstem erloschenen Vulkan — mit Burkheimer Fachwerk, Badberg-Panorama und Breisacher Rheinblick.
Der Kaiserstuhl ist ein erloschener Vulkan im westlichen Breisgau, etwa 25 km nordwestlich von Freiburg. 64 km Rundtour, rund 800 Höhenmeter verteilt auf kurze Anstiege, 90 % asphaltiert. Start in Riegel am Kaiserstuhl, Anreise mit der Breisgau S-Bahn ab Freiburg Hbf in 25 Minuten. Mit E-Bike eine entspannte Tagestour, ohne Motor ein ambitionierter Trainingsritt.
Die Strecke führt durch zwölf historische Weindörfer — Endingen, Burkheim, Vogtsburg, Oberrotweil, Achkarren, Bickensohl, Ihringen, Wasenweiler, Bötzingen, Breisach am Rhein und zurück. Höhepunkt ist der Badberg mit Blick auf Vogesen und Schwarzwald. Beste Reisezeit: Mai bis Oktober, wenn die Strausse geöffnet sind und der Wein direkt vom Winzer fließt.
Die Tour folgt grob dem ausgeschilderten Kaiserstuhl-Radweg, weicht aber bewusst auf die schöneren Nebenstrecken durch die Rebzeilen aus. Wer den Akku schonen will, fährt im Eco-Modus durch die Ebene und schaltet erst am Achkarrener Schlossberg in Tour-Modus. Die Anstiege sind kurz, selten länger als 500 Meter am Stück.
| Abschnitt | km | Profil |
|---|---|---|
| Riegel → Endingen | 6 | flach |
| Endingen → Burkheim | 11 | welliges Vorland |
| Burkheim → Vogtsburg-Oberrotweil | 5 | Weinberge, leicht |
| Oberrotweil → Achkarren | 3 | Anstieg |
| Achkarren → Badberg → Bickensohl | 8 | höchster Punkt 540 m |
| Bickensohl → Breisach | 9 | Abfahrt zum Rhein |
| Breisach → Ihringen | 6 | Rhein-Ebene |
| Ihringen → Wasenweiler → Bötzingen → Riegel | 16 | welliges Vorland |
Vom Bahnhof Riegel-Malterdingen rollst du auf dem ausgeschilderten Radweg in 20 Minuten nach Endingen. Der Marktplatz ist eines der besterhaltenen Renaissance-Ensembles am Oberrhein — Rathaus, Korkenzieherturm, Marktbrunnen. Hier kurzer Espresso-Stopp, dann weiter.
Durch Königschaffhausen und Bischoffingen geht es nach Burkheim am Kaiserstuhl. Pflichtstopp: Die mittelalterliche Oberstadt mit Fachwerk-Gassen, Burgruine und Mittwochs-Markt. Wer Zeit hat, schiebt das Rad hoch — die Pflasterstraße ist steil. Oben lohnt der Blick über die Rheinebene bis ins Elsass.
Entlang der Kaiserstühler Weinstraße erreichst du Vogtsburg, das politische Zentrum des südlichen Kaiserstuhls. In Oberrotweil sitzen die Winzergenossenschaft Oberrotweil und mehrere bekannte Familienweingüter. Direktverkauf an den meisten Tagen geöffnet — Spätburgunder ab Hof oft 20 % günstiger als im Handel.
Jetzt kommt der konditionelle Höhepunkt. Über Achkarren mit seinem markanten Schlossberg (Vulkangestein, daher der berühmte Achkarrer Schlossberg-Wein) führt der Weg hinauf zum Badberg. Der Aussichtspunkt liegt auf rund 540 Metern — bei klarer Sicht reicht der Blick westlich bis zu den Vogesen, östlich zum Schwarzwald, südlich ins Markgräflerland. Hier Mittagspause einlegen.
Die Abfahrt durch Bickensohl und Ihringen nach Breisach ist die längste Rollphase der Tour. In Bickensohl liegt der Strauß "Zur Krone" (Mai–Oktober), bekannt für Vesperteller mit eigenem Schinken. In Ihringen — laut Statistik der wärmste Ort Deutschlands — locken gleich mehrere Strausse mit Innenhof. Breisach erreichst du am späten Nachmittag: das Münster St. Stephan thront auf dem Felsen über dem Rhein, im Hintergrund das französische Neuf-Brisach.
Wer die volle Runde fährt, schließt den Kreis über die östliche Kaiserstuhl-Flanke. Durch die Weindörfer Wasenweiler und Bötzingen geht es zurück nach Riegel. Diese Etappe ist weniger spektakulär als der Westhang, dafür ruhig und mit feinen kleinen Straussen abseits der Hauptroute.
Der Kaiserstuhl ist kein einzelner Berg, sondern ein flaches Vulkanmassiv mit acht Hauptgipfeln. Geologie, Klima und Geschichte machen ihn einzigartig: Lössböden auf Vulkangestein, ein mediterraner Mikroklimakorridor, römische Siedlungsspuren, mittelalterliche Stadtgründungen und seit dem Hochmittelalter durchgehender Weinbau. Diese Tour streift die wichtigsten Stationen.
Strausse sind die saisonalen Wirtschaften der Winzer — eine württembergisch-badische Spezialität. Jeder Winzer darf pro Jahr maximal vier Monate ausschenken, traditionell zwischen Mai und Oktober. Erkennbar sind sie am Reisigbesen über der Tür. Im Inneren gibt es offenen Wein vom eigenen Hof, hausgemachten Vesperteller mit Speck, Schinken, Käse und Bauernbrot, oft auch Flammkuchen oder Maultaschen.
| Ort | Strauß / Empfehlung | Saison |
|---|---|---|
| Bickensohl | Strauß "Zur Krone" — Vesperteller mit Hofschinken | Mai–Okt |
| Ihringen | Mehrere Strausse rund um den Marktplatz | Mai–Okt |
| Achkarren | Winzergenossenschaft mit Probierstube ganzjährig | ganzjährig |
| Burkheim | Familienweingüter in der Oberstadt, oft Mai–Sept | Mai–Sept |
| Oberrotweil | Winzergenossenschaft Oberrotweil, Direktverkauf | ganzjährig |
Quelle: Tourist-Information Kaiserstuhl-Tuniberg — aktuelle Strausse-Termine auf der Website abrufbar
Wer Wein mit nach Hause nimmt, sollte wissen, was den Kaiserstuhl von benachbarten Weinbauregionen unterscheidet. Drei Empfehlungen:
Tipp: Im Sattelpack passen sechs Flaschen problemlos. Wer mehr will, kann die meisten Winzer um Versand nach Hause bitten — innerhalb Deutschlands meist pauschal €9 für eine 6er-Kiste.
Die Anreise mit der Bahn ist die eleganteste Lösung. Die Breisgau S-Bahn (RVF-Linien S1 und S11) verbindet Freiburg Hbf alle 30 Minuten mit Riegel-Malterdingen. Fahrzeit: 25 Minuten. Du brauchst ein RVF-Tagesticket (€7,30 für eine Person, Stand 2026) plus ein Fahrradticket (€3,40 pauschal für den Tag im Verbund). In den Doppelstockwagen sind die Fahrradbereiche im Unterdeck — auf das Piktogramm achten.
| Aspekt | Detail |
|---|---|
| Anreise Freiburg → Riegel | Breisgau S-Bahn S1/S11, 25 Min |
| Rückfahrt ab Breisach | Breisgau S-Bahn, 30 Min nach Freiburg |
| Ticket | RVF-Tagesticket + Fahrradkarte |
| Akku-Verbrauch (E-Bike 500 Wh) | ca. 60–80 % bei 64 km, Tour-Modus |
| Beste Saison | Mai–Juni und September–Oktober |
| Wegbeschilderung | Kaiserstuhl-Radweg (rotes Logo) |
| Belag | ~90 % asphaltiert, Rest fester Schotter |
Wetter: Der Kaiserstuhl ist der wärmste Punkt Deutschlands — im Hochsommer (Juli/August) leicht über 30°C, dann starte früh oder fahre den Spätnachmittag-Abend-Slot. Im Frühjahr und Herbst sind die Bedingungen ideal. Regenwahrscheinlichkeit deutlich niedriger als im Schwarzwald, weil der Kaiserstuhl im Regenschatten liegt.
Akku-Reichweite: Ein E-Bike mit 500 Wh Akku schafft die 64 km im Tour-Modus locker. Wer permanent in Sport- oder Turbo-Modus fährt, sollte zur Sicherheit ein Ladekabel mitnehmen — in Oberrotweil, Breisach und Endingen gibt es öffentliche Ladestationen für E-Bikes.
Für die Kaiserstuhl-Runde reicht ein normales Trekking-E-Bike — kein Vollgefederter, kein E-MTB nötig. Wichtig sind ausreichender Akku (mindestens 500 Wh), Gepäckträger für die Weinflaschen und komfortable Geometrie für sechs Stunden im Sattel.
Breisgau S-Bahn (S1/S11) ab Freiburg Hbf nach Riegel-Malterdingen, 25 Minuten. RVF-Tagesticket plus Fahrradticket. In den Doppelstockwagen sind ausgewiesene Fahrradbereiche. Wer direkt von Freiburg radelt, fährt über den Mooswald — zusätzlich rund 30 km pro Strecke.
Typischerweise Mai bis Oktober. Jeder Winzer darf vier Monate pro Jahr ausschenken, die Termine wechseln. Aktuelle Liste bei der Tourist-Info Kaiserstuhl-Tuniberg oder direkt beim Winzer. Vesperteller, Flammkuchen, offener Wein vom eigenen Hof.
Mit E-Bike ja. Höchster Punkt 540 m, etwa 800 Höhenmeter gesamt. Die Anstiege sind kurz und werden vom Motor problemlos kompensiert. Ohne Motor ein anspruchsvoller Trainingsritt für geübte Fahrer.
Ja, viele Winzer und Genossenschaften bieten Kellerführungen — meist mit Voranmeldung. Größere Adressen: Winzergenossenschaft Oberrotweil, Badischer Winzerkeller in Breisach, kleinere Familienbetriebe in Burkheim, Achkarren, Ihringen.
Vom Bahnhof Riegel-Malterdingen alle 30 Minuten Breisgau S-Bahn zurück nach Freiburg. Alternative: Ab Breisach direkt mit der Breisgau S-Bahn — 30 Minuten. Letzte Verbindungen bis etwa 23 Uhr. Fahrradticket gilt im RVF-Tagesticket bereits enthalten.